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Das sagt der Gesetzgeber

Standards kennen - sicher sein

Standards kennen - sicher sein

Beim richtigen Dämmen gibt es nicht nur technische und systembezogene Details, sondern auch rechtliche Aspekte zu bedenken. Sie finden darum hier nützliche Informationen zur aktuellen Energiesparverordnung, zu Neu- und Altbauten und zum Thema „Energieausweis“.

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Gesetzliche Richtlinien zum Dämmen

Energieeinsparverordnung 2014

Energieeinsparverordnung  2014
Energie effizienter nutzen, Treibhausgase reduzieren

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) soll der Energieverbrauch des Gebäudebestandes in Deutschland in den nächsten Jahren gesenkt werden. Am 1. Mai 2014 ist die neueste Fassung der Verordnung in Kraft getreten.

Hintergründe zur EnEV:

  • Ziel ist die Umsetzung der europäischen Richtlinie 202/91/EG über die Energieeffizienz von Gebäuden
  • dazu gehören die Anhebung der Effizienzanforderungen für Neubauten um einmalig 25 Prozent ab dem 01. Januar 2016 als Zwischenschritt hin zum Niedrigstenergiestandard für Neubauten ab 2021
  • sie steht in Zusammenhang mit dem Energiekonzept 2010 der Bundesregierung zur Reduzierung der Treibhausgase und der Beschlüsse zur Energiewende (Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022)
  • dieses Energiekonzept beinhaltet u. a. die Reduzierung der Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um 40 % und bis zum Jahr 2050 gar um 80 % (Basis hierfür sind die Werte aus dem Jahr 1990; Ziel ist es, einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen)

Was bedeutet die EnEV für das Dämmen?

Grundsätzlich steht die Dämmung natürlich in direktem Zusammenhang mit der Energieeffizienz des Gebäudes. Welche Aspekte der EnEV im Einzelnen für Ihre Immobilie wichtig oder ausschlaggebend für Ihr Dämmsystem sind, kann Ihr Fachunternehmer und Energieberater für Sie beurteilen – ebenfalls können Sie sich zur richtigen Dämmlösung beraten lassen.

Neubauten

Neubauten
Lieber zukunftsfähig bauen

Mit Inkrafttreten der EnEV 2014 ergeben sich im Bereich Neubau die größten Änderungen.

  • ab dem 1. Januar 2016 wird der zulässige Wert für die Energieeffizienz (Jahres-Primärenergiebedarf) bezogen auf die EnEV 2009 um weitere 25 % gesenkt
  • die Anforderungen an die Wärmedämmung von Außenwänden werden um 20 % strenger
  • ab 2021 gilt dann für alle Neubauten der von der Europäischen Union festgelegte Niedrigstenergie-Gebäudestandard
  • ist für einen Neubau eine Kühlanlage vorgesehen, müssen auch bauliche Maßnahmen zum Wärmeschutz im Sommer getroffen werden (maßgebend ist aber eine Amortisationsrechnung)

Altbauten

Altbauten
Fokus: Heizungsanlage

Das gilt mit Blick auf die EnEV für Altbauten:

Die EnEV sieht zunächst keine Verschärfung bei der Sanierung bestehender Gebäude vor.

  • Öl- und Gasheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, müssen ab 2015 außer Betrieb genommen werden
  • Heizungsanlagen, die nach dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, müssen spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden (Ausnahmen sind: z. B. Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die zum 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben)
  • Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind von der Austauschpflicht ausgenommen

Energieausweis

Energieausweis
Was ist ein Energieausweis?

Der Energieausweis ist eine Anforderung der Energieeinsparverordnung (§ 17 Abs. 3 Satz 1 EnEV) und wurde seit 2008 schrittweise eingeführt. Es wird zwischen verbrauchsorientiertem und bedarfsorientiertem Energieausweis unterschieden.

Heute ist er ein verbindlicher Bestandteil für alle, die ihre Wohn- und Nichtwohngebäude verkaufen oder vermieten möchten. Sowohl Käufer als auch Mieter von Immobilien können ihn einsehen. Bei öffentlichen Gebäuden größer 1.000 m² Nutzfläche muss der Energieausweis öffentlich ausgehängt werden und sorgt in jedem Fall für ein hohes Maß an Transparenz.

Braucht Ihr Gebäude einen Energieausweis?

Wichtig: Wenn Sie Ihren Bauantrag nach dem 01.01.2001 gestellt haben, brauchen Sie keinen Energieausweis. Ihr Gebäude verfügt mit der Bauvorlage nach EnEV über einen gültigen Energiebedarfsausweis.

Für Gebäude mit einer Nutzfläche kleiner 50 m² sowie für Baudenkmäler und Ferien- und Wochenendhäuser wird ebenfalls kein Energieausweis benötigt.

Ab 2014: mehr Transparenz – mehr Effizienz

Die Transparenz und Wirksamkeit des Ausweises und der Energiewerte wird im Zuge der EnEV erhöht:

  • im Energieausweis werden erstmalig Effizienzklassen aufgenommen (die Klasse A+ stellt den besten, die Klasse H den schlechtesten Wert dar)
  • wer Energieausweise im Wohnbestand ausstellt, muss künftig jeweils eine Registriernummer beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) online anfordern und diese in den Ausweis eintragen
  • ebenso müssen die wichtigsten energetischen Angaben aus dem Energieausweis schon in der Immobilienanzeige genannt werden (möchte man eine Immobilie verkaufen, muss der Energieausweis schon bei einer Besichtigung vorliegen. Bei Nichtbeachtung muss mit Bußgeldern bis zu 15.000 € gerechnet werden)

Verbrauchsausweis

 Energieausweis
Energieverbrauch gut dokumentiert

Der Verbrauchsausweis ist die einfache, schnell zu erstellende und preiswerte Variante des Energieausweises. Es werden die Energieverbräuche der letzten drei Jahre aufgeführt.

Wählen können Eigentümer diese Variante für Gebäude mit mindestens 5 Wohneinheiten. Bei mindestens 4 Wohneinheiten muss der Bauantrag nach dem 01.11.1977 gestellt worden sein.

Bedarfsausweis

Wärmebildkamera
Erst gut prüfen, dann handeln

Wenn Sie Ihr Haus mit öffentlichen Mitteln sanieren möchten, müssen Sie den Bedarfsausweis erstellen lassen. Wurde der Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt oder hat Ihr Gebäude nur vier oder weniger Wohnungen ist ein Bedarfsausweis Pflicht. In diesem Fall nimmt der Fachmann in einer technischen Analyse die Bausubstanz und die Heizungsanlage des Gebäudes genau unter die Lupe. Er deckt die energetischen Schwachstellen auf und gibt fundierte Tipps für eine Modernisierung. Aufgrund des energetischen Zustands des Gebäudes berechnet er die Energie, die für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung bei durchschnittlicher Nutzung benötigt wird.

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